Wissenswertes übers Stillen

Einige Fakten für euch zum Thema Stillen. Es kursieren so viele falsche Informationen und Ammenmärchen zu diesem Thema, dass man gar nicht oft genug darüber informieren kann.

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  • Beim Stillen gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Je mehr angelegt wird, umso mehr Milch wird auch produziert. Hat man beispielsweise einen Milchstau, ist es nicht ratsam die überschüssige Milch abzupumpen, da das wiederum die Produktion anregt und kontraproduktiv wirkt.
  • Man kann keine Milch auf Vorrat produzieren. Die Milch wird von den Brustdrüsen gebildet, während das Baby saugt. Das gilt zumindest für die Zeit, nachdem sich die Stillbeziehung gut eingespielt hat. In der ersten Zeit produziert man tatsächlich auf gut Glück, um zu gewährleisten, dass das Kind genug bekommt. Daher kommen auch die regelmäßig prallen Milchbrüste.
  • Das Kind kann eine Brust nicht „leer“ trinken.
  • Dein Kind sollte in 24 Stunden mindestens 6 nasse Windeln haben und gut zunehmen, dann hat man in jedem Fall genügend Milch. Generell gibt es nur wenige Frauen, die „zu wenig“ Milch produzieren. Meist sind Entwicklungsschübe des Babys dafür verantwortlich, dass vermeintlich zu wenig Milch kommt und das Baby nicht satt wird. Vor allem rund um den 4. Monat gibt es einen solchen Schub, bei dem ganz viele Mütter geraten bekommen, sie sollen doch mit dem Gläschen zuführen, weil das Kind an der Brust nicht ausreichend satt wird. Hier muss ich dann auf Punkt 1 verweisen. Immer weiter anlegen, bis sich die Brust an die vermehrte Milchproduktion gewöhnt hat.
  • Es kann bis zu 5 Tage dauern, bis die Milch einschießt, vor allem, wenn man einen Kaiserschnitt hatte. Es ist von der Natur so ausgelegt, dass das Kind in den ersten Tagen Gewicht verlieren darf, ohne dass man Angst haben müsste, dass es verhungert. Das Kolostrum (Vormilch) ist hochkalorisch und versorgt das Kind optimal trotz geringer Menge.
  • Entgegen der Aussagen vieler vieler Kinderärzte, empfiehlt die WHO ein Baby 6 Monate lang voll zu stillen. In dieser Zeit braucht das Kind weder Karottenbrei noch irgendwelche Flüssigkeiten wie Tee oder Wasser. Im Gegenteil, gibt man dem Kind in den ersten 6 Monaten etwas anderes als Muttermilch, belastet man den Darm unnötig, der ja gerade erst lernt, seine Arbeit aufzunehmen. Man riskiert außerdem eine Überhydrierung. Nach den ersten 6 Monaten empfiehlt die WHO unter dem Schutz der Muttermilch andere Nahrungsmittel einzuführen und das Kind bis zum 2. Lebensjahr und darüber hinaus zu stillen, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Stillen nach Bedarf ist die natürlichste Form der Ernährung für ein Baby. Jede Art von Manipulation am natürlichen Rhythmus des Kindes ist nicht artgerecht und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein Kind sein Hungergefühl verliert.

Weitere interessante Fakten werden in Kürze ergänzt.