Alternative Monatshygiene

So Ladys, jetzt mal Hand aufs Herz. Wer von uns nutzt schon gerne Tampons oder gar Binden für den monatlichen Besuch der roten Piraten? Ich jedenfalls habe es gehasst. Ständig dafür sorgen, dass man genug Tampons dabei hat, alle paar Stunden auf die Toilette rennen, um die Dinger zu wechseln und dann auch noch Schmerzen beim Einführen in den letzten Tagen der Mens. Aber wie es bei fast allem so ist, weiß man einfach nicht, dass man Alternativen hätte, wenn man nicht aktiv danach sucht. Ich habe über eine Gruppe bei Facebook zum ersten Mal von Menstruationstassen oder auch Menstruational Cups gehört und war von Anfang an fasziniert, wenn auch überaus skeptisch… wie sollte das denn funktionieren? Ein Auffangbehälter aus Silikon und den sollte ich da irgendwie rein bekommen?!?! So spannend das Thema sofort auch für mich war, war mir der Gedanke doch zuerst etwas zu exotisch, als dass ich ihn weiter verfolgt hätte.

Erst als ich dann in einem tollen kleinen Laden für Reboarder, Stoffwindeln und andere tolle Dinge eine Tasse live anschauen konnte, war meine Neugier wieder geweckt und ich kaufte Hals über Kopf einen Ruby Cup, eine Menstruationstasse made in UK, die auch noch für einen guten Zweck da war. Denn das Unternehmen, das Ruby Cup verkauft, spendet für jede verkaufte Tasse eine weitere nach Kenia, damit die Mädchen dort nicht aufgrund ihrer Mens der Schule fernbleiben müssen (was sie tun, weil sie sich zu sehr schämen). Aber zurück zum Thema. Ich kaufte mir also diese Menstruationstasse und wartete dann drei lange Wochen sehnlichst auf meine Periode (das ist mir vorher noch nie passiert!).

Als es dann soweit war, war ich etwas aufgeregt. Das Einsetzen stellte sich als super easy heraus, bei den ersten paar Malen etwas ungewohnt und auch ein wenig unangenehm, aber die Tasse hielt dicht, ich spürte sie nicht und ich konnte den ganzen Tag ohne Ausleeren verbringen. Es war, als hätte ich meine Tage einfach gar nicht.

Die Vorteile einer Menstruationstasse liegen klar auf der Hand:

  1. Man vermeidet eine Menge Müll.
  2. Man spart auf lange Sicht sehr viel Geld, da man ein und denselben Cup bei richtiger Pflege und Aufbewahrung über 10 Jahre verwenden kann.
  3. Das Risiko eines Scheidenpilzes oder einer bakteriellen Infektion wird durch die Tasse minimiert, da der Pilz bzw. die Bakterien keine Möglichkeit haben, sich am glatten Material der Tasse festzusetzen.
  4. Wer an Trockenheit leidet, sollte auch unbedingt eine Tasse probieren, da die Tasse – im Gegensatz zum Tampon – nicht jegliche Flüssigkeit aufsaugt.
  5. Wenn die Blutung nicht allzu stark ist, halten Menstruationstassen viel länger als jeder Tampon und man kann seine Mens quasi einfach vergessen.
  6. Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Toxic Shock Syndrom (TSS), das im Zusammenhang mit Tampons auftreten kann, bis jetzt bei Tassennutzerinnen vorgekommen ist.

Es gibt jede Menge verschiedene Hersteller und Tassenvarianten, woher weiß man nun, welche Tasse wirklich zu einem passt? Man kann sie ja schlecht ausprobieren und wieder zurückschicken, wenn sie nichts ist. Es gibt einige Indikatoren, die die Größe, den Durchmesser und den Härtegrad der individuellen Menstruationstasse bestimmen.

  • Sitz des Muttermundes
    • Je tiefer der Muttermund sitzt, desto kürzer muss die Tasse sein. Umgekehrt, je höher er ist, desto länger sollten Tasse inklusive Stiel sein, damit man noch bequem rankommt, um sie wieder zu entfernen. Man kann den Muttermund recht einfach ertasten. Eine genaue Beschreibung findest du hier
  • Beschaffenheit des Beckenbodens
    • Die Stärke des Beckenbodens bestimmt den Härtegrad der Menstruationstasse. Je stärker der Beckenboden, umso härter sollte die Tasse sein, da es bei zu weichen Tassen passieren kann, dass sie sich nicht richtig öffnen und kein Vakuum um den Muttermund entsteht (und die Tasse somit auslaufen kann). Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass eine Frau, die durchschnittlich viel Sport macht und nach einer eventuellen Schwangerschaft Rückbildungsgymnastik gemacht hat, eine Tasse mit mittlerem Härtegrad brauchen wird. Eine sehr durchtrainierte Frau oder eine Frau, die noch keine Schwangerschaft/vaginale Geburt hinter sich hat, wird möglicherweise eine eher härtere Tasse benötigen.
  • Gab es vaginale Geburten?
    • Der Durchmesser der Tasse hängt hauptsächlich von der Tatsache ab, ob eine Frau bereits Schwangerschaften oder vaginale Geburten hinter sich hat, sprich wie „eng“ sie gebaut ist. Während der Schwangerschaft wird das Gewebe der Vagina durch die Hormone sehr weich und diese Elastizität bleibt zu einem gewissen Maße bestehen, so dass eine Tasse mit zu kleinem Durchmesser undicht sein kann, weil sie möglicherweise nicht fest genug an der Scheidewand sitzt. Von den meisten Herstellern wird die kleinste Menstruationstasse nur für Frauen bis 30 Jahre und ohne vaginale Geburten empfohlen.
  • Stärke der Blutung
    • Die Stärke der Blutung bestimmt das Fassungsvermögen der Menstruationstasse. Wer stark saugfähige Tampons häufig wechseln muss, sollte besser zu einer Tasse mit großem Fassungsvermögen greifen, da sonst die Gefahr groß ist, dass sie regelmäßig überläuft. Wem normale Tampons reichen und diese höchstens alle 3-4 Stunden wechseln muss, dem wird eine normal große Tasse mit einem Fassungsvermögen von 15-20ml ausreichen. Mein Ruby Cup fasst 15ml und reicht bei mir 12 Stunden.

Weitere hilfreiche Informationen zu Menstruationstassen gibt es bei verschiedenen Herstellern, unter anderem auch mit Größenberater. Hier ein paar Links:

www.meluna.de

www.lunette.com

www.ruby-cup.com/de

Zum Schluss noch einige Pflegehinweise:

  • Die Menstruationstasse vor der Benutzung ca. 5-10 Minuten auskochen. Das muss man nicht bei jedem Ausleeren machen, aber vor jeder Periode sollte die Tasse desinfiziert werden.
  • Nach der Periode die Tasse auch wieder auskochen.
  • Da das Silikon der Tassen dazu neigt durch den roten Farbstoff im Blut ein wenig gelblich zu werden mit der Zeit, kann man zusätzlich zum Auskochen die Tasse mit Gebissreiniger behandeln. Bei meiner Tasse hat das bis jetzt immer Wunder gewirkt.
  • Die Tasse bei Nicht-Gebrauch im dazugehörigen Stoffbeutel aufbewahren. Ihr solltet sie keinesfalls luftdicht irgendwo einschließen, da fehlende Luftzirkulation das Material angreift und die Lebensdauer der Tasse beträchtlich verringert.

Wenn diese Tipps eingehalten werden, steht einer langen und innigen Beziehung mit deiner Menstruationstasse nichts im Wege :-).

Wenn nun noch Fragen offen geblieben sind, melde dich gern über das Kontaktformular bei mir oder schreib mir eine Email an denise@kidzchaos.com.

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