Abschied und Neuanfang

Gerade war ich in der Krippe meines Sohnes und habe ein Abschlussgespräch mit seiner Bezugserzieherin gehabt. Und jetzt bin ich ganz wehmütig. Vor uns steht ein großer Umbruch. Der Große startet im August im Kindergarten und mein Mann bald einen neuen Job.

Ich möchte hier öffenlich und herzlich DANKE sagen dem Team vom ASB Krippenhaus, im Speziellen Jasmin, Selina, Jolene und Maike (und auch dem restlichen Team aus dem Obergeschoss) für die wahnsinnig gute (und leider nicht immer selbstverständliche) Betreuungsarbeit, die sie geleistet haben. Obwohl es auch in unserer Einrichtung immer wieder Probleme mit Personalmangel gab, haben die Kinder dies nie zu spüren bekommen. Ich habe die Krippe damals, vor 2 1/2 Jahren quasi blind ausgewählt, weil sie bei uns direkt im Nachbarhaus ist und ich mir zu der Zeit noch nicht viele Gedanken über Pädagogik gemacht habe. Wie sich herausstellte, hatte ich glücklicherweise den richtigen Riecher und ich würde mein Kind immer wieder dorthin geben, wenn ich es bereits vor dem Kindergartenalter in Fremdbetreuung geben wollen würde.

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Die Betreuung dort war herzlich, immer auf die Kinder und deren Bedürfnisse ausgerichtet, zumindest in dem Maße, wie es bei einem Betreuungsschlüssel von 1:3 möglich ist. Den Kindern wurden immer tolle Spiel- und Entdeckungsangebote gemacht und man merkte als Eltern, dass die Erzieherinnen Spaß an der Arbeit haben und sich Gedanken darüber machen, wie sie die Kinder bestmöglich fördern und altersgerecht beschäftigen können. Als in unserer Gruppe viele Kinder aufgrund ihres Geburtstages im Winter Anfang diesen Jahres noch länger in der Krippe blieben, wurde ihnen viel geboten, was über das eigentliche Betreuungskonzept, was ja auf Kinder unter 3 Jahren ausgerichtet ist, hinausging. Auch das keine Selbstverständlichkeit.

Man hört und liest ja doch immer wieder, dass es auch anders laufen kann. Dass Kinder in Betreuungseinrichtungen eben nicht gut behandelt werden. Dass Kinder zum Essen oder zum Schlafen gezwungen werden. Jetzt, da unsere Krippenzeit so gut wie beendet ist, wird mir so richtig bewußt, wie wichtig es ist, dass man sein Kind in vollstem Vertrauen diesen Menschen, die ja nun nicht zur Familie gehören und zu denen die Kinder vorerst keinen Bezug haben, für eine nicht unbeträchtliche Zeit des Tages übergeben kann. Als unserem Sohn die Trennung von mir oder seinem Vater morgens eine lange Zeit sehr schwer fiel, wurde auch ich als Mutter von den lieben Erzieherinnen des Krippenhauses immer wieder aufgefangen. War ich doch mit dem Eindruck nach Hause oder zur rbeit gegangen, ich sei die schlechteste Mutter der Welt. Man rief mich mehr als einmal an, nur um mir zu versichern, dass der Chaosjunge zwar kurz geweint habe beim Abschied, dann aber schon nach wenigen Minuten des Trostes ins Spiel gefunden habe und jetzt fröhlich mit den anderen Kindern durchs Haus renne. Ich denke nicht, dass solche Rückmeldungen selbstverständlich sind und bin sehr dankbar dafür, dass auch auf meine Bedürfnisse als Mutter eingegangen wurde.

Prinzipiell ist es mir sehr wichtig, dass ein Kind in einer Betreuungseinrichtung nicht allein gelassen wird, wenn es in (seelischer) Not ist. Dazu habe ich auch in meinem Beitrag zu guten Betreuungseinrichtungen und wie man sie identifiziert vor einiger Zeit etwas geschrieben. Vor allem das Begleiten des Trennungsschmerzes am Morgen gehört für mich da zu den wichtigen Aufgaben einer guten Erzieherin und dies war im Krippenhaus immer gewährleistet. Weder mein Sohn noch andere Kinder wurden unbegleitet weinen gelassen und wenn eine Übergabe des Kindes von Arm zu Arm es dem Kind leichter machte, das Elternteil gehen zu lassen, stand immer eine Erzieherin der Gruppe bereit.

Mein Großer wird die Zeit in der Krippe in guter Erinnerung behalten und hat von seiner Zeit dort profitiert, auch wenn ich anfangs eher skeptisch der Fremdbetreuung gegenüberstand und mehr als einmal an der Entscheidung, ihn so früh abzugeben, gezweifelt habe.

Liebes Krippenhaus-Team, vielen Dank für zwei tolle Jahre, die geprägt waren von einem Miteinander zwischen Eltern und Erzieherinnen und dem beiderseitigen Wunsch, unseren Kindern die Zeit, die sie nicht zuhause verbringen konnten, so spannend und schön wie möglich zu machen! Ihr leistet eine so wichtige Arbeit. Bitte macht weiter so!

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Wir starten unsere Zeit im Kindergarten mit hohen Erwartungen und ich bin gespannt, was auf uns zukommt.

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