(Fremden) Kindern meine Grenzen klar machen: ein Aufruf

Kennt ihr das? Euer Kind übertritt die Grenzen einer fremden Person und diese schaut mit erwartungsvollem Blick in eure Richtung, damit ihr eurem Kind kommuniziert, dass es gerade eine fremde Grenze überschritten hat?

Ein kleines Beispiel: Euer Kind wirft auf dem Spielplatz mit Sand und trifft eine in der Nähe sitzende Mutter auf der Hose. Diese bringt jetzt über ihre Körpersprache und ihren Blick ganz klar zum Ausdruck, dass sie von euch erwartet, dass ihr eurem Kind sagt, dass Sand auf jemanden werfen nicht in Ordnung ist. Wie oft habe ich diese und ähnliche Situationen schon erlebt? Und sie setzen einen so sehr unter Druck! Unter unnötigen Druck.

Daher möchte ich hiermit einen Aufruf starten:

Liebe Leute, ihr dürft auch fremden Kindern eure persönlichen Grenzen kommunizieren! Natürlich nur mit freundlichen Worten, nicht mit Taten. Es ist in Ordnung dem Kind in einem solchen Moment zu sagen „Stop, ich möchte das nicht.“ Bitte sitzt nicht mürrisch dreinblickend da und durchbohrt die Mutter oder den Vater des Kindes mit Blicken, damit er oder sie euren Job übernehmen. Es sind eure Grenzen, die da gerade überschritten wurden, nicht die der Eltern. Ich finde das Werfen mit Sand in diesem Moment vielleicht gar nicht so schlimm, soll aber euch zuliebe mein Kind dafür maßregeln? Finde ich nicht. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und solange ihr mein Kind nicht anbrüllt oder handgreiflich werdet, sollt und dürft ihr es auf sein Verhalten ansprechen und ihm sagen, dass ihr das nicht möchtet.

Warum ist es wichtig, dass man selbst Verantwortung für seine Grenzen übernimmt?

  • Das Kind lernt, dass auch andere Menschen Grenzen haben, die es zu achten gilt, die auch anders sein können als die Grenzen von Mama und Papa.
  • Das Kind fühlt sich bei den Eltern meist sicher und weiß, egal was ich mache, Mama liebt mich. Daher benimmt es sich in Gegenwart der Mutter oder des Vaters meist „ungezogener“, als gegenüber anderen Menschen. Um also zu lernen, wie man sich anderen gegenüber verhält, ist es wichtig, dass diese anderen selbst sagen, was sie stört, statt, dass die Mutter oder der Vater dem Kind die Grenzen dritter aufzeigt. Denn wenn Mama etwas sagt ist es etwas völlig anderes, als wenn Fremde das Kind auf etwas bestimmtes hin ansprechen.

Ich verstehe, dass man Angst hat fremde Kinder anzusprechen, vor allem, wenn deren Eltern in der Nähe sind. Aber einfach klar zu sagen, wenn ich etwas nicht mag, was ein Kind gerade macht, ist mein gutes Recht, denn es überschreitet nun mal gerade meine Grenze. Würde ein Erwachsener dies tun, würde ich auch nicht darauf warten, dass jemand kommt und für mich Partei ergreift. Warum machen wir das bei Kindern nicht auch einfach? Kinder sind auch eigenständige, kommunikationsfähige Persönlichkeiten, die das soziale Miteinander oft noch erleben und erlernen müssen und dabei können wir ihnen helfen.

Deshalb: Mund aufmachen, wenn ein Kind eure Grenzen überschreitet! Wenn ihr freundlich aber bestimmt kommuniziert, werden die Eltern euch dankbar sein, dass ihr sie nicht unter Druck gesetzt habt und die Kinder werden mehr lernen als durch jede Maßregelung von ihren Eltern 🙂

Frida von 2kindchaos hat dazu auch erst vor ein paar Tagen etwas gebloggt (Link zum Artikel). Sie geht das Thema von einer etwas anderen Richtung an, sagt aber ganz klar, dass sie im Bedarfsfall ihre Grenzen auch bei fremden Kindern kommuniziert, womit sie genau das bereits tut, was viele sich scheinbar leider nicht trauen.

„Und wenn die Eltern das nicht mal erwähnenswert finden, dann muss ich eben etwas dazu sagen.“ (Frida Mercury von 2kindchaos)

Ich meine aber prinzipiell nicht diese Fällen, wo die Eltern einfach zu faul oder zu desinteressiert sind, um ihren Kindern zu sagen, dass sie sich gerade nicht richtig verhalten haben. Ich denke, dass es so oder so unser gutes Recht ist, unsere Grenzen (und auch die unserer Kinder) gegenüber fremden Kindern klar zu machen. Egal, ob die Eltern jetzt etwas zu ihrem Kind sagen würden, oder nicht. Ich bin der festen Überzeugung, insgeheim sind die meisten Eltern froh, wenn die Ansage nicht von ihnen kommt, sondern von der Person, die es auch wirklich betrifft.

Wie seht ihr das? Würdet ihr es anders machen?

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