Liebe Mama, bitte habe keine falschen Vorstellungen vom Leben mit Baby

„Ich hab mit meinem Mann ausgemacht, dass ich mich tagsüber um das Kind kümmere und dann, wenn er nach Hause kommt, 2-3 Stunden frei habe. Und jetzt akzeptiert die Kleine die Flasche nicht und ich kann nicht weg“

Liebe Mami,

unsere Gesellschaft hat seltsame Vorstellungen von Kindern. Man bekommt gern den Eindruck vermittelt, das Leben müsse mit Kind genauso weiterlaufen, wie vorher. Hat man dann das kleine Wesen in den Armen, bemerkt man sehr schnell, dass diese Ansichten vorrangig von kinderlosen Menschen erfunden und weiterverbreitet werden müssen. Denn das Leben läuft nicht weiter wie vorher und das ist ganz normal und richtig so.

Ganz viele Dinge, die man sich vorgenommen hat, laufen völlig anders, als man es sich noch vor der Geburt vorgestellt hat. Das obige Zitat ist ein O-Ton einer Bekannten von mir, die völlig enttäuscht und unzufrieden mit mir darüber sprach, wie sehr ihre kleine 3 Monate alte Tochter ihre Freiheiten doch einschränke und dass sie doch ganz andere Abmachungen mit ihrem Mann getroffen habe.

Auch, wenn es einem selten jemand sagt, aber das Leben mit Kind richtet sich – vor allem in den ersten 12-18 Monaten – nach dem Rhythmus des Kindes und zwar fast ausschließlich. Zumindest, wenn man einen bedürfnis- und bindungsorientierten Umgang mit seinem Kind wünscht. Es ist normal, dass man in der ersten Zeit scheinbar nichts anderes tut als Stillen und mit etwas Glück Schlafen. Es ist völlig normal, dass es in den ersten Monaten eine unglaubliche Herausforderung ist Termine einhalten zu können, was man sich vorher nie hätte träumen lassen. Es ist völlig normal Verabredungen spontan abzusagen oder nach hinten zu verschieben, weil es dem Baby plötzlich nicht gut geht, die Nacht richtig scheiße war oder das Baby sich zum dritten Mal in Folge eingekackt hat und einfach nicht aufhören will zu weinen. Das ist alles völlig normal. Es ist auch normal, dass du dich überfordert fühlst und gleichzeitig den Wunsch nach mehr intellektuellem Input verspürst. Du bist keine Versagerin im Mama-sein und keine Rabenmutter. Du bist einfach nur eine ganz normale Mami.

Lass dich nicht von den Erwartungen der anderen (am besten noch kinderlosen) Leute unter Druck setzen. Passe deine eigenen Erwartungen an eure Familiensituation an. Dein Baby schreit sich beim Auto fahren die Seele aus dem Leib und du hast Angst vor jeder Fahrt? Dann reduziere die Autofahrten mit Baby aufs nötigste bis es besser wird – und es wird besser werden, versprochen. Akzeptiere, dass dein Baby sich nicht deinen Vorstellungen und Wünschen anpassen kann. Es handelt einzig und allein nach seinen Bedürfnissen, welche niemals unnötig sind. Dein Baby tut nichts, nur um dich zu ärgern. Zu keinem Zeitpunkt. Niemals. In dieser Phase meiner frisch erlangten Mutterschaft hat es mir geholfen zu akzeptieren, dass ich mich nun für eine gewisse Zeit in meinem Leben nach meinem Baby richten muss, dass diese Zeit aber sehr begrenzt ist und ich sie lieber genießen sollte als mich als Opfer zu fühlen. Es klingt so abgedroschen, aber es ist so wahr: sie werden einfach so schnell groß! Nicht lange und sie verlangen ein eigenes Bett und wollen ohne uns schlafen.

Unterschrift für Blog

P.S.: auch die liebe Jana von Frau Birnbaum und der Tellerrand hat einen ähnlichen Artikel für Mamis geschrieben. Du findest ihn hier (Link).

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