Von der Kindergartensuche

Für unseren Großen steht diesen Sommer der Wechsel von Krippe in den Kindergarten an. Falls wir einen Platz in einem der vielen Kindergärten unserer Stadt bekommen. Falls wir einen Platz in einem Kindergarten bekommen, wo uns der Umgang mit den Kindern und auch die Einrichtung selbst gefällt. Also wird er vermutlich dieses Jahr nicht mehr in den Kindergarten gehen.

Ich bin heute bei drei Einrichtungen persönlich gewesen, um zu fragen, wie es denn nun mit Platzvergabe und Warteliste läuft. Und bin desillusioniert worden. Aus zwei der drei Einrichtungen wäre ich am liebsten rückwärts wieder raus gegangen. Dort würde ich mein Kind nicht betreuen lassen. Die Erzieherinnen unsympathisch, wenig einfühlsam mit den Kindern, die gerade von einem Ausflug kamen. In der dritten Einrichtung gibt es eine viel zu lange Warteliste und wir dümpeln irgendwo ganz hinten darauf rum.

„Rechtsanspruch“ ist so ein tolles Wort. Aber was bedeutet das denn realistisch gesehen? Ich kann der Stadt mit Klage drohen und eine Frist setzen, zu der mir ein Platz in einem Kindergarten zur Verfügung gestellt wird. So weit, so gut. Aber die Platzvergabe erfolgt ja nun sicher nicht nach meiner persönlichen Prioritätenliste. Dass ich mein Kind nicht einfach in jede x-beliebige Einrichtung geben möchte, fällt bei dieser ganzen Bürokratie völlig hinten runter… Die Devise heißt dann also „friss oder stirb“. Und wenn ich das nicht möchte? Dann betreue ich mein 3 1/2-jähriges Kind also zuhause. Ohne Kontakt zu Gleichaltrigen, denn davon sind die meisten ja nun in irgendeiner Einrichtung betreut. Mal ganz davon abgesehen, dass es jede Menge Familien gibt, die auf eine Betreuungsmöglichkeit angewiesen sind, ist es auch dann eigentlich keine besonders tolle Alternative, das Kind zuhause zu betreuen, wenn es prinzipiell möglich wäre.

Jetzt habe ich also die Wahl zwischen Pest oder Cholera. Entweder ich behalte mein Kind zuhause und versuche mich an adäquater Kinderbespaßung oder ich nehme den Platz in irgendeiner Einrichtung an, wo mein Kind vielleicht nicht so behandelt wird, wie ich es mir wünschen würde… das sind ja schöne Aussichten.

Mir reicht’s fürs erste. Ich geh schaukeln.

2 thoughts on “Von der Kindergartensuche

  1. Was heißt denn ohne Kontakt zu Gleichaltrigen, wenn das Kind zu Hause betreut wird? Es gibt doch viele Kinder die Nachmittags draußen auf den Spielplätzen sind oder Kurse besuchen. Bei uns zum Beispiel Kindertanzen und Kinderchor. Ich werde meine Kleine jetzt auch wieder aus dem Kindergarten nehmen und habe da keine Angst vor sozialer Verarmung. LG Ella 💗

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    1. Liebe Ella, ich gebe dir prinzipiell Recht, ich habe es im Artikel etwas übertrieben dargestellt (und in dem Moment des Schreibens auch so gefühlt). Natürlich wird kein Kind an sozialer Verarmung leiden, wenn es zuhause betreut wird. Es ist nur so, dass ich es hier bei uns in der Stadt wirklich als sehr aufwändig empfinde soziale Kontakte fürs Kind aufzubauen, vor allem, weil wir nicht wirklich viele Kurse besuchen. Würde ich ihm einen annähernd adäquaten Kontakt zu Gleichaltrigen ermöglichen wollen, wie er es im Kindergarten hätte, müsste ich viel rumfahren. Meine Erfahrung ist, dass man in der Stadt doch eher unter sich bleibt und zum Beispiel Spielplatzbekanntschaften eigentlich nicht entstehen, weil wir immer neue Kinder auf den Spielplätzen treffen, auf denen wir so unterwegs sind.

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