„Es ist ok…“ (M)ein tägliches Mama-Mantra

Dass wir im Umgang mit unserem Kind einen anderen Weg eingeschlagen haben, als viele andere, stelle ich in meinem Alltag nahezu täglich fest. Unser Weg trifft oft, wenn meist auch nur in Details, auf Unverständnis in unserer Umgebung. Nicht selten folgen dann gut gemeinte Ratschläge, Belächeln oder offene Kritik. Deswegen bin ich oft unsicher, ob wir wirklich das Richtige tun und muss mir viele Dinge immer wieder in Erinnerung rufen, um mich zurück auf Kurs zu bringen:

Es ist ok, mein Kind bedingungslos zu lieben und meine Liebe nicht an bestimmtes Verhalten zu knüpfen.

Es ist ok, mein Kind mit offenen Armen zu empfangen, wenn es etwas falsch gemacht hat und es nicht noch zusätzlich durch Liebesentzug für Fehler zu bestrafen.

Es ist ok, meinem Kind behilflich zu sein, wenn es mich um etwas bittet, auch, wenn ich weiß, dass es meine Hilfe eigentlich nicht mehr braucht.

Ich muss seinen Charakter nicht formen und es ist ok, wenn ich mit ihm eine gleichwürdige Beziehung führe.
Es ist ok, nicht konsequent zu sein.

Es ist ok, dass ich mein Kind so lange stille, wie es für ihn und mich angenehm ist.

Es ist ok, dass mein Kind beim Essen aufsteht und beim Spielen seine Mahlzeit fortsetzt.

Es ist ok, dass ich versuche ihm immer ehrlich Dinge zu erklären und nichts verallgemeinere, weil er es vermeintlich nicht versteht.

Es ist ok, dass ich nicht gegen seinen Willen handle und respektiere, wenn er eben diesen äußert.

Es ist ok, dass ich mein Kind in den Schlaf begleite, solange, bis es bereit ist, alleine einzuschlafen.

Es ist ok, dass ich nicht aus jeder Situation eine pädagogische Maßnahme mache, um zukünftig erwünschtes Verhalten hervorzurufen.

Es ist ok, dass mein Kind im Familienbett schläft, bis es von allein darum bittet sein eigenes Zimmer beziehen zu dürfen.

Es ist völlig ok, Rücksicht auf die Bedürfnisse meines Kindes zu nehmen und ihm diese möglichst zu erfüllen.

Es ist ok, mein Kind nicht weinen zu lassen.

Es ist ok, mein Kind zu trösten, wenn es hinfällt, statt ihm zu sagen, dass es nicht schlimm sei.

Es ist ok, meinem Kind auch Wut als Emotion zuzugestehen und seinen Ärger auszuhalten, wenn ich daran Schuld bin.

Es ist ok in meinem Kind einen gleichwertigen Beziehungspartner zu sehen und kein mir untergeordnetes Wesen.

Aber es ist auch ok, wenn ich ab und zu genervt und erschöpft bin.

Es ist ok, wenn ich manchmal nicht weiter weiß.

Es ist ok, Zeit für mich haben zu wollen.

Es ist ok, auch mal mit dem Alltag überfordert zu sein.

Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen und ändert sich auch je nachdem, mit wem ich am jeweiligen Tag zu tun hatte und welche Einflüsse auf mich gewirkt haben.

Am wichtigsten ist jedoch, mir immer wieder zu sagen: es ist ok, einen anderen Weg zu gehen! Es ist ok, meinem Kind Liebe und Respekt entgegen zu bringen und Altes neu zu überdenken. Ich handle deswegen nicht gegen den Erziehungsstil anderer, sondern FÜR eine gesunde und achtsame Beziehung zu meinem Kind.

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