Über den Sinn und Unsinn von (Spielzeug-) Geschenken

Nun ist Weihnachten vorbei und damit auch die alljährliche Zeit des Geschenkwahnsinns. Ich bin froh für unsere Familie sagen zu können, dass wir der Geschenkeflut dieses Jahr weitestgehend entkommen sind.

Das haben wir unter anderem einem Artikel auf dem Blog Spielzeugfreies-Kinderzimmer.de zu verdanken*. Dort wurde beschrieben, wie man als Eltern der Spielzeugflut entgegen wirken kann, indem man den Schenkenden sagt, a) was man sich für das Kind wünscht und b), dass ein Geschenk pro Person mehr als genug ist. Der Artikel hat mich sehr beeindruckt und ich habe ihn gleich an die Familien-Telegram-Gruppe geschickt, zusammen mit den Wünschen, die wir für das Chaoskind hatten.

Am Weihnachtsabend stellte sich dann heraus, nahezu alle haben sich auch tatsächlich daran gehalten und so gab es für den Kleinen drei größere Geschenke, von denen wir wussten, dass er viel Freude daran haben würde. Wir als Eltern haben ihm den mittleren Grimm’s Regenbogen geschenkt, dann gab es noch einen Holztraktor mit Anhänger und eine kleine Sitzgruppe, an welcher er endlich einmal die Möglichkeit hat, sich in Ruhe zu setzen und beispielsweise ein Buch zu lesen. Zusätzlich gab es noch Zubehör zur Holzeisenbahn, was der kleine Mann vermutlich nicht als Geschenk im engeren Sinne wahrgenommen hat, was ihm aber das tägliche Spielen verschönert.

Natürlich lässt sich darüber diskutieren, ob es in Ordnung ist, dass die Eltern Regeln zum Schenken aufstellen und jedes Elternpaar muss das für sich selbst entscheiden. Oft trifft man nicht auf viel Verständnis bei den Schenkenden. Mir als Mutter ist es sehr wichtig, dass mein Kind sinnvolles Spielzeug bekommt und dass er nicht überschüttet wird mit nutzlosen Dingen. Sinnvolles Spielzeug definiere ich für mich als solches Spielzeug, was die Fantasie anregt und was man auf viele verschiedene Arten verwenden kann, was also keinen vorbestimmten Nutzen hat. Blinkendes, sprechendes, bellendes Spielzeug fällt dabei leider genau in diese Kategorie. Ebenfalls bin ich ein großer Fan von Holzspielzeug geworden und möchte so wenig Plastik wie möglich in unserem Kinderzimmer haben. Plastikspielzeug entspricht einfach nicht meinem Verständnis von Nachhaltigkeit.

Leider gab es auch bei uns jemanden, den wir nicht rechtzeitig über unsere Wünsche informiert haben und der sich auch nicht bei uns erkundigt hat, so dass in unser Kinderzimmer in absehbarer Zeit ein bellender Plüschhund einziehen wird. Ich persönlich empfinde es als eher unpassend einem 2-jährigen Kind so etwas zu schenken (zumal der Schenkende eigentlich weiß, welche Philosophie wir bezüglich Spielzeug fahren), aber der Schenkende war scheinbar der Meinung, dass er ein tolles Geschenk ausgesucht hat. Klar darf jeder dazu seine eigene Auffassung haben. Wir überlegen noch, wie wir damit wirklich umgehen und natürlich hängt es auch von unserem Sohn ab. Ich werde ihm den Hund nicht einfach wegnehmen, aber ich werde vermutlich versuchen, ihn mehr für anderes Spielzeug zu begeistern und die Spielzeit am Plüschhund minimieren. Es wird sich zeigen, wie der Kleine das findet. Sollte er ihn tatsächlich lieben, werden wir das logischerweise auch akzeptieren. Das ist für mich auch respektvoller Umgang.

Alles in allem kann ich aber sagen, dass wir ein tolles Weihnachtsfest ohne eine unüberschaubare Masse an Geschenken hatten. So stelle ich es mir zukünftig auch vor und hoffe, dass die Schenkenden auch in den nächsten Jahren so kooperativ sind.

Eure Denise ❤

 

http://spielzeugfreies-kinderzimmer.de/2015/11/25/was-tun-mit-den-schenkenden/

 

3 thoughts on “Über den Sinn und Unsinn von (Spielzeug-) Geschenken

  1. So ähnlich gehen wir auch mit den Geschenken um. Leider hält sich keiner an das „ein Geschenk reicht“. Insbesondere meine Familie ist da sehr beratungsresistent. 😦
    Und je größer die Kinder werden umso schwieriger wird es finde ich.
    Danke für den schönen Artikel.

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  2. haben wir auch gemacht, leider haben sich die wenigsten dran gehalten 😦 es gab ein paar richtig tolle sachen und leider auch viel zu viel überflüssiges. singende plastigspielzeuge usw.
    wir werden das unnötige wegpacken

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  3. Ich hätte kein Problem damit den unsäglichen Hund sofort zu entsorgen, bei uns ist batteriebetriebenes Spielzeug sowieso tabu. Wenn Du ihn wegtust wenn der Kleine schläft, bemerkt er dessen Fehlen vielleicht nicht einmal. Ihr als Eltern seid in der verantwortung solchen Schrott von ihm fernzuhalten. Ich frage mich aber, wieso die schenkende Person euch so wenig kennt, dass sie euch so etwas schenkt..?

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