Working Mom

Vorletzte Woche Montag bin ich wieder in meinen Job eingestiegen. Nach 1,5 Jahren zuhause bei meinem Kleinen als Vollzeit-Mama bin ich nun Teilzeit-Mama und Teilzeit-Angestellte. Noch vor einiger Zeit hatte ich ein mulmiges Gefühl, wenn ich an meinen Starttermin gedacht habe. Tue ich das richtige? Ist der kleine Mann nicht noch zu klein für eine Fremdbetreuung? Handle ich total gegen seine Bedürfnisse und schade ich ihm damit womöglich? Die Eingewöhnung in der Kita lief auch eher holprig und am kritischsten Punkt dachten mein Mann und ich sogar darüber nach auch seine Arbeitszeit auf 30h zu reduzieren und zusätzlich Großeltern einzubeziehen, damit wir unser Kind gar nicht in fremde Obhut geben müssten. Nach reiflicher Überlegung haben wir uns allerdings gegen diese Idee entschieden und haben in der Kita lieber um eine noch einfühlsamere Eingewöhnung gebeten mit mehr Kommunikation mit uns und noch mehr Rücksicht auf den Kleinen. Ich habe dann sogar meinen Arbeitsbeginn noch einmal um 2 Wochen nach hinten geschoben, um dem Kleinen eine stressfreie Eingewöhnungszeit zu garantieren. Ab dem Zeitpunkt, an dem klar war, dass wir mehr Zeit haben würden, lief auch alles plötzlich wie am Schnürchen. Das Chaoskind schlief gleich beim ersten Versuch bei der Erzieherin im Arm ein und machte ein 2-stündiges Nickerchen. Seitdem schläft er zuverlässig in der Kita. Unsere Eingewöhnung war somit nach 7 Wochen erfolgreich abgeschlossen, obwohl ich anfangs niemals daran geglaubt hätte, dass es überhaupt klappt.
In den ersten Wochen hat man natürlich bei unserem kleinen Mann schon eine Verhaltensänderung bemerkt. Er war anhänglicher, weinerlicher und schlief schlechter (obwohl das eigentlich kaum möglich war). In der ersten Woche weinte er sofort, wenn ich mich auch nur aus seinem Sichtfeld bewegte. Später hing er permanent an mir und wollte ununterbrochen auf meinem Arm sein. Sobald ich ihn absetzte, weinte er. Auch alleine beschäftigen wollte er sich in den ersten Wochen überhaupt nicht.
Was ihm in dieser Zeit, denke ich, sehr viel Halt gab, war unsere nach wie vor innige Stillbeziehung. Er stillte in den Wochen der Eingewöhnung, wenn er wieder bei mir war beinahe stündlich. Für mich war es selbstverständlich ihm diesen Halt zu geben.

Insgesamt ist das Thema frühe Fremdbetreuung ja ein sehr kontrovers diskutiertes. Natürlich hätte ich unseren Sohn lieber noch länger selbst zuhause betreut – wenn es finanziell möglich gewesen wäre. Wir nagen nicht am Hungertuch, aber dauerhaft von nur einem Gehalt leben, ohne die geringsten Rücklagen zu bilden, das war uns nicht möglich und fühlte sich nicht richtig an. Es gibt die verschiedensten Meinungen zu diesem Thema und so wie bei den Themen Langzeitstillen, Familienbett oder Impfungen, muss jede Familie für sich den richtigen Weg finden. Ich würde niemals eine Mutter verurteilen, die nach einem Jahr wieder in den Beruf einsteigt, genauso wenig wie eine Mutter, die die ersten drei Jahre ihr Kind zuhause betreut. Für mich persönlich war nach knapp einem Jahr klar, ich würde gern wieder arbeiten gehen und die Rolle der Angestellten wieder spielen. Also haben wir uns darauf geeinigt, dass wir dem Kleinen 18 Monate mit Mama zuhause geben, bevor er in die Kita gehen würde.

Die Herausforderung für mich ist es nun an einem Tag in zwei völlig verschiedene Welten einzutauchen und in beiden mein bestes zu geben. Denn die beiden Rollen, die man einnimmt, sind grundlegend verschieden. Zumindest in meinem Fall, da ich einem Bürojob nachgehe.  Es fühlt sich super an auch für etwas gelobt zu werden, was nichts mit Kindern zu tun hat, aber es ist auch anstrengend immer zwischen diesen beiden Welten zu wechseln.

Wer noch weitere Infos zum Thema frühe Fremdbetreuung haben möchte, sollte sich auf jeden Fall den Artikel auf Gewünschtestes Wunschkind anschauen. Hier werden auch Studien und Forschungsergebnisse angesprochen.

http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2014/02/fremdbetreuung-studien-fakten-geschichte-entwicklung-deutschland-europa.html?m=1

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